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Stefan Fuchs
Weingut Fuchs-Steinklammer

Jesuitensteig 28-30
1230 Wien |
+43 1 888 22 29   

Alles doppelt. Wie in Berlin nach dem Mauerfall. Zwei Winzer, zwei durch eine Großstadt getrennte Rebflächen. Zwei Keller. Zwei Heurigen. Selbst für den Namen braucht man einen Bindestrich: Fuchs-Steinklammer. Links und rechts vom Bindestrich stehen die Lösungen für die ungewöhnliche Zweigleisigkeit. Kurt, Sohn der Winzerfamilie Fuchs aus dem 21. Wiener Gemeindebezirk heiratete 1987 Helene, Tochter der Winzerfamilie Steinklammer aus dem 23. Wiener Gemeindebezirk und sorgte so in bester Habsburgermanier für die Zusammenführung von zwei Rebflächen, die sich zwar die Stadt, ansonsten aber nicht allzu viel teilen.

Ihre beiden Söhne Stefan & Alexander, die demnächst das Weingut übernehmen werden, wissen die Differenzen zu schätzen. „Jenseits des logistischen Irrsinns“, erzählt Stefan, „ergeben sich daraus eigentlich nur Vorteile. Wir haben die Möglichkeit beide Seiten Wiens zu interpretieren und die Unterschiede offenzulegen, die sich trotz der Kleinräumigkeit innerhalb der Stadt ergeben.“

Der Bisamberg (Wien 21), meint er, baut auf leichten Böden: auf Löss und Sandstein. Das Terrain ist prädestiniert für straffe und engmaschige Weine, die ihre Herkunft leise, langsam und elegant in den Vordergrund rücken. Von den Hängen des Bisambergs sieht er an klaren Tagen über die Stadt hinweg bis in die 10 Kilometer entfernten Weingärten in Mauer (Wien 23), wo die Reben teils in Kalk, teils aber auch in schweren Lehmböden wurzeln und die Basis für profunde aber auch kompakte und mineralische Weine bilden.

Insgesamt kultivieren Stefan und sein Bruder Alexander 18 Hektar Weingärten. Seit kurzem stellt man auf biologische Bewirtschaftung um – abgesehen davon, dass sich die beiden dabei wohler fühlen, führt man so auch konsequent fort, was die Eltern kompromisslos vorlebten. Schon Kurt und Helene probierten leidenschaftlich alles Mögliche aus, um den Qualitätslevel stetig zu heben. So setzten sie beispielsweise in den ersten 15 Jahren beharrlich auf Barriqueausbau, was damals zwar zu teils recht massiven Weinen führte, ihren beiden Söhnen heute allerdings die Möglichkeit gibt, auf eine stattliche Batterie an gebrauchten Holzfässern zurückgreifen zu können.

Darin, und bisweilen auch in Stahl, verschwinden erstaunliche 12 weiße und noch erstaunlichere 13 rote Rebsorten, wobei man sich vor allem den Ausbau Gemischter Sätze und damit die klassischste aller Wiener Weinbautradition auf die Fahnen geschrieben hat. Und dabei auch gleich wieder neue Wege geht. So vinifiziert man neben drei weißen, auch einen roten Gemischten Satz und – das ist neu – man keltert auch eine auf der Maische vergorene und folglich orange Version.
Da Stefan und Alexander Experimenten grundsätzlich aufgeschlossen gegenüberstehen, hat man sich 2016 auch erstmals an einem maischevergorenen Pinot Gris ausprobiert. Ansonsten lotet man das ganze Potenzial der Einzellagen und Rebsorten (Cabernet Franc!) aus, und dort, wo man es für sinnvoll erachtet – wie zum Beispiel beim Pinot Noir, dem sowohl die Kühle und klare Frucht des Bisambergs wie auch die Struktur und Kraft der Leiten in Mauer gut stehen – setzt man auf bezirksübergreifende Cuvèes.
Insgesamt verfügt man so über ein Sortiment, das nicht nur die Geschichte der Familie Fuchs-Steinklammer, sondern auch die ganze Vielfalt Wiener Terroirs auf den Punkt bringt.





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