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Stefan Schauer
Weingut Schauer

Greith 21
8442 Kitzeck im Sausal | Österreich
+43 (0) 664 132 91 73   

Das Verhältnis zwischen dem Erzherzog Johann und der Steiermark dürfte wohl ähnlich intensiv gewesen sein, wie das zwischen Kamelen und der Wüste, dem Papst und dem Katholizismus oder dem zwischen Schiefer und Riesling. Letzteren trank der Erzherzog J. mit großer Leidenschaft und da er nicht jedes Mal an die Mosel aufbrechen konnte, wenn ihm nach einem Glas war, propagierte er seinen Anbau in der Steiermark. Das funktionierte – auch wenn das heute kaum noch wer weiß – bestens, vor allem in den Schieferböden des Sausals, wo Stefan Schauer gerade dabei ist, der Rebsorte zu ihrer längst fälligen steirischen Renaissance zu verhelfen.
Dabei ist es nicht nur die Geologie, die für ideale Voraussetzungen sorgt. Die Expositionen, die kargen Böden, vor allem aber auch die sonnigen und doch kühlen Bedingungen sorgen dafür, dass man im Sausal einen straffen und eigenständigen Kontrapunkt zu den Rieslingen des nördlichen Österreichs keltert. Dazu addiert sich ein tiefes Verständnis des Winzers für die Eigenheiten der Rebsorte, denen er schon bei workshops in Deutschland (Künstler) und einem Praktikum in der Wachau (Hansi Donabaum) auf die Spur zu kommen versuchte. Deshalb gibt es nicht nur eine, sondern gleich drei unterschiedliche Versionen, die den Charakteristika der jeweiligen Terroirs geschuldet sind und folglich – wenn auch bisweilen in Mikromengen – unterschiedlich ausgebaut werden.

Die Vinifikation von Einzellagen weist auch bei anderen Rebsorten den Weg: Sauvignon Blanc gibt es beispielsweise gleich in fünf Versionen, die sowohl der Höhe und Steilheit des Hocheggs, dem blauen Schiefer und der eher warmen Typologie des Kreuzeggs, dem Muschelkalk (die Ausnahme) des Kittenbergs und vor allem dem roten Schiefer und der kleinklimatischen Vielfalt der Gaisriegl geschuldet sind. Die Gaisriegl steht quasi synonym für das Weingut der Familie Schauer. Dort finden sich nicht nur 14 ihrer 18 Hektar Weingärten, darin wurzelt mit dem Grauburgunder auch eine weitere Rebsorte, die sich in der Skala der Passionen ganz oben befindet.
Der wird – wie ein Großteil der anderen Einzellagenweine – akribisch ausgebaut, d.h. er wird nach mehrstündiger Maischestandzeit spontan vergoren und wandert danach in 500-1000 Liter Fässer, wo er bis zur Füllung auf der Feinhefe liegt. Das kann übrigens dauern. Zeit spielt, ähnlich wie auch der Ausbau in großen Holzfässern, im Ideenkonzept von Stefan eine elementare Rolle, sorgt sie doch für ein stimmiges Gleichgewicht und für eine stoffigere Textur.
Trotz all der Sorgfalt, die er im Keller walten lässt und die auch seine – im Edelstahl ausgebauten – Einstiegs & Ortsweine erfahren, bleibt auch noch Zeit für Experimente. So gibt er dem notorisch säurearmen Traminer durch eine konsequente Maischegärung die nötige Struktur mit auf den Weg und auch eine kleine Morilloncharge hat für längere Zeit Kontakt mit den Schalen – all das mit dem Ziel, nicht nur die Dimensionen des Sausals sondern auch die seiner Rebsorte detailliert freizulegen. Probieren lässt sich das alles den Sommer/Herbst über in der Buschenschank des Weinguts, in dem man sich zudem durch selbstfabrizierte Spezereien, Sekte (!) und Edelbrände kosten kann.





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